Wir schreiben das Jahr 1966. Unsere Kameraden unter dem damaligen Kommandanten Josef Zauner hatten eine Idee. Doch sie wussten nicht welche Dimensionen ihre Idee einmal annehmen würde.

 

Doch der Reihe nach.

 

Hielt sich die Feuerwehr Tolleterau in den Anfangsjahren ihrer Geschichte noch mit kleinen Veranstaltungen wie z.b.: Silvesterfeiern, Maibaumkraxeln, Faschingsbälle etc. über Wasser, erhielten sie den ersten Vorgeschmack auf eine große Festveranstaltung im Jahre 1936 als am Sonntag, den 26. Juli entlang des Mühlbaches und nur einen Steinwurf vom heutigen Festgelände entfernt, das 1. Parkfest stattfand. Doch es sollte noch weitere 30 Jahre dauern bis die kleinen Veranstaltungen Geschichte sind. Denn nach dem 2. Weltkrieg wurden abermals vermehrt Silvesterfeiern abgehalten.

 

Nach zahlreichen Gesprächen mit Graf Revertera dem Besitzer des Schlosses Tollet und den damaligen Pächtern Bildungsheim und Heimathaus unter der Leitung des Landesrates Hans Winetzhammer konnte vom 30.-31. Juli 1966 das 1. Tolleter Sommerfest im Schlosspark Tollet abgehalten werden. Damals wurde das Fest noch recht klein gehalten unter anderem auch deshalb weil die Grünflächen nicht betreten werden durften und sich alles auf den Fahrwegen abspielte.

 

Aus nicht mehr recherchierbaren Gründen fand das 2. Tolleter Sommerfest erst vom 23.-24.  August 1969 statt. Waren die ersten 3 Feste nur 2 Tages Veranstaltungen (Sa. – So.), entschloss man sich beim 4. Tolleter Sommerfest vom 2.-4. Juli 1971 erstmals eine 3 Tages Veranstaltung (Fr. – So.) durchzuführen. Aufgrund des Landesfeuerwehrleistungsbewerbes in Grieskirchen und einer Festveranstaltung der Feuerwehr Grieskirchen gemeinsam mit dem Roten Kreuz konnte 1972 leider kein Fest durchgeführt werden.

 

Ab dem 5. Tolleter Sommerfest welches vom 29. Juni – 1. Juli 1973 stattfand, konnte anschließend jedes Jahr das Tolleter Sommerfest abgehalten werden.

 

Das 6. Tolleter Sommerfest vom 26.-28. Juli 1974 stand unter einem besonderen Zeichen, nämlich der Fahrzeugweihe des neuen Löschfahrzeuges welches zu 70% aus der Feuerwehrkassa finanziert wurde. Diese Anschaffung war nur durch den guten Erfolg der letzten 5 Sommerfeste möglich. Auch das Veranstaltungsdatum hat etwas magisches. Es ist das erste Fest welches am letzten Juli Wochenende (Stichtag: letzter Freitag im Juli) stattfand. Dieses Datum wurde anschließend mit Ausnahme der Jahre 1975 und 1981 bis heute beibehalten.

 

Wurde bei den ersten 9 Festen am Sonntag anstelle eines Frühschoppens immer ein „bunter Nachmittag“ mit anschließendem Abendprogramm abgehalten, wurde beim 10. Tolleter Sommerfest vom 28.-30. Juli 1978 auf Wunsch von Graf Revertera am Sonntag nur der „bunte Nachmittag“ abgehalten und auf das Abendprogramm verzichtet, welches aber ab dem 11. Tolleter Sommerfest vom 27.-29. Juli 1979 wieder ein fixer Programmpunkt war.

 

Das 16. Tolleter Sommerfest vom 27.-29. Juli 1984 stand unter keinem guten Stern. Man war sich immer im klaren das eine reine Open Air Veranstaltung ein gewisses Risiko birgt, aber bei den ersten 15 Festen hatte das Wetter immer mitgespielt. Nicht so beim 16. Fest. Freitag und Samstag waren verregnet, Sonntag Nachmittag musste gänzlich abgesagt werden. Nur der Sonntag Abend war in normalem Rahmen verlaufen. Dadurch entschloss man sich das 16. Tolleter Sommerfest vom 14.-15. August zu wiederholen aber auch diese beiden Tage waren teilweise verregnet.

 

Das 17. Tolleter Sommerfest vom 26.-28. Juli 1985 erfuhr viele Neuerungen. Durch den Auszug des Bildungsheimes und Heimathauses aus dem Schloss Tollet war es zum ersten mal möglich auch die Grünfläche in das Festgeschehen mit einzubeziehen. Dadurch wurde es auch möglich eine neue Station zu eröffnen. Neben den schon alteingesessenen Stationen wie die Waldbar, der Weinkeller, die Schiessbude, die Würstelbraterei und der Bierschank, konnte zum ersten mal der Bierbrunnen seinen Betrieb aufnehmen.

Das 19. Tolleter Sommerfest vom 31. Juli – 2. August 1987 war bis dato das 2. und glücklicherweise letzte Fest welches aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse wiederholt werden musste. Da der Samstag und Sonntag abgesagt werden musste entschloss man sich, auch um den vielen Dauerkartenbesitzern Rechnung zu tragen, das Fest vom 7.-8. August zu wiederholen.

 

Das 20. Tolleter Sommerfest vom 29.-31. Juli 1988 war ein Fest zum Feiern. Auf der eine Seite war es ein Jubiläumsfest, auf der anderen Seite konnte nach jahrelanger und harter Arbeit am Sonntag Vormittag die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses und des neuen Tanklöschfahrzeuges gefeiert werden.

Beim 22. Tolleter Sommerfest vom 27.-29. Juli 1990 kamen wieder einige Neuerungen auf unser immer größer werdendes Publikum zu. Bei der Braterei wurden zum ersten Mal Pizzas verkauft, und es wurde eine zweite Bierschank eröffnet da die Schank I am Ende ihrer Kapazitäten angelangt war.

 

Das 24. Tolleter Sommerfest vom 31. Juli – 2. August 1992 war wieder ein Fest zum Feiern. Am Sonntag den 2. August wurde unser neues Kleinlöschfahrzeug und die neue Motortragkraftspritze feierlich eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben.

 

Da das Festgelände auf dem oberen Plateau an den Rand seiner Kapazität stieß, entschloss man sich beim 27. Tolleter Sommerfest vom 28.-30. Juli 1995 die Bar neu zu bauen und gleichzeitig auf das untere Plateau zu verlegen um wieder mehr Platz für die immer größer werdende Publikumszahl zu schaffen.

 

Das 28. Tolleter Sommerfest vom 26.-28. Juli 1996 stand wieder unter dem Zeichen der großen Veränderungen. Auf der einen Seite wurden die Schank 1 und 2 fusioniert und auf den Platz der alten Bar, und der neue Bierbrunnen auf den alten Platz der Schank 1 verlegt. Auf der anderen Seite war es auch wieder Zeit für eine neue Station. Die Kaffeebar welche vor der Schlossbrücke platziert wurde um den Platz auf der Brücke besser auszulasten.

 

Beim 31. Tolleter Sommerfest vom 30. Juli – 1. August 1999 wurde zum ersten mal der Sicherheitsdienst engagiert um für die größtmögliche Sicherheit unserer Gäste zu sorgen.

 

Das 33. Tolleter Sommerfest vom 26.-28. Juli 2001 war abermals ein Fest der Veränderungen. Die größte Veränderung war wohl die Einführung des Donnerstag Programms wobei im Gegenzug das Sonntagprogramm gestrichen werden musste. Des weiteren wurde die Naglbar eingeführt welche am Standplatz der alten Schiessbude positioniert wurde da die Schiessbude 1999 das letzte mal vertreten war.

 

Beim 34. Tolleter Sommerfest meinte es das Wetter wieder einmal nicht gut mit uns. Wir blieben zwar davor verschont das Fest zu wiederholen, aber da der Donnerstag und Freitag abgesagt werden musste war es notwendig den Sonntag anzuhängen.

35. Tolleter Sommerfest vom 24.-26. Juli 2003. Es war wieder Zeit für Veränderungen. Die Musikbühne wurde vor die Schlossbrücke verlegt um einen größeren Einfluss auf die Besucher zu erzielen. Im selben Zug musste allerdings die Kaffeebar weichen, welche allerdings auf dem Platz über dem ehemaligen Weinkeller in dem sich seit heuer eine Cocktailbar befindet eine neue Heimat fand. Des weiteren wurde die Naglbar in den Burggraben verlegt und so noch mehr Platz für die Besucher geschaffen.

 

Beim 36. Tolleter Sommerfest vom 29.-31. Juli 2004 war es zum ersten mal notwendig das 105 KvA Notstromaggregat der Feuerwehr Weibern anzumieten, da die Stromleitungen im Schlosspark den hohen Anforderungen nicht mehr gewachsen waren.

2005 war das Jahr des Abschiedes. Nachdem es nicht mehr sicher war ob das Fest heuer überhaupt noch, aufgrund der geplanten Umbauarbeiten des Schlosses, im Schlosspark stattfinden kann, entschied man sich im Frühjahr bereits ein neues Festgelände zu suchen. 2 Monate vor Festbeginn kam dann endlich die langersehnte Zusage das Fest im Schlosspark abzuhalten. Im selben Atemzug konnte allerdings bereits für 2006 ein neues Festgelände fixiert werden.

 

Vom 28.-30. Juli 2005 fand das 37. Tolleter Sommerfest statt. Zum letzten Mal im Schlosspark Tollet.

 

Zum 38. Tolleter Sommerfest vom 27.-29. Juli 2006 konnten wir bereits das neue Festgelände, welches sich unterhalb des Schlossberges befindet, und nur einen Steinwurf von dem Platz entfernt ist wo 1936 das 1. Parkfest stattfand, beziehen.

 

Und man merkte das es egal ist wo wir das Fest veranstalten, denn das neue Festgelände wurde mit überwältigender Begeisterung von den Besuchern angenommen.

 

Zum Schluss dieses Artikels möchte sich die Freiwillige Feuerwehr Tolleterau noch einmal bei allen Freunden, Gönnern, den Mitgliedern der Feuerwehr Tolleterau und allen Freiwilligen Mitarbeitern des Tolleter Sommerfestes recht herzlich bedanken.

 

Denn ohne euch wäre dieses Fest welches 1966 seinen Anfang nahm wohl niemals zu dem geworden was es heute ist.

 

Das wohl älteste und größte Feuerwehrfest im ganzen Bezirk Grieskirchen.

 

Die Welt lebt

von Menschen,

die mehr tun

als ihre Pflicht.

(Ewald Balser)

laufende Eins├Ątze